Arbeitssicherheit durch bewusstes Handeln

Dauerbrenner oder ausgelutschtes Thema welches ständig neu beatmet werden soll?

Viele Kunden kennen mich von meinem Ursprungsthema Arbeitssicherheit.

Entwickelt wurde dieser Veränderungsprozess EVA (Einstellungs- und Verhaltensänderung zur Arbeitssicherheit) bei meiner früheren Unternehmensberatung t&t GbR vor ca. 15 Jahren. Von dort wird er auch heute noch erfolgreich umgesetzt.

 

Mir geht es hier um neue, andere Ideen zu diesem Thema. Arbeitssicherheit, die Spaß macht und so zum Dauerbrenner wird.

Die Großindustrie hat schon vor einigen Jahren gelernt, dass Arbeitssicherheit ein wichtiges Thema ist. Ein unfallfreier Betrieb erspart nicht nur viel Leid sondern auch Kosten.

Als die technischen Sicherheitsmaßnahmen keine nennenswerten Verbesserungen mehr brachten, sondern begonnen wurde diese zu umgehen, stellte man fest: Es ist an der Zeit nicht ausschließlich durch Technik, sondern auch durch den Menschen eine sichere Arbeitsumgehung zu schaffen.

So wurden in vielen Konzernen Change Prozess gestartet, die zu einer sicheren Arbeitsumgebung und zu noch sicherem Arbeiten führten. Wie viele andere Change Prozesse werden diese ausgerollt und irgendwann auch abgeschlossen.

Allerdings gibt es Themen die werden nie abgeschlossen sein. Das betrifft mehrere Themen wie Arbeitssicherheit, Qualitätsverbesserung, Kostenersparnis und Effizienz.

Wie ist das bei Ihnen?

Ringt Ihnen das Ankündigen dieser Themen von der Unternehmensspitze nur noch ein müdes Lächeln ab?

Standen die Themen schon zu oft auf der Agenda?

Stellt sich bei Ihnen direkt die Frage:

Wie kann ich es dieses Mal „verpacken“ damit die Kennzahlen besser werden?

Die 5 Erfolgsfaktoren um relevante Themen zum Dauerbrenner zu machen

  1. Stimmt unser Fundament
  2. Emotionale Betroffenheit erzeugen
  3. Spaß am Thema und Eigennutz aufzeigen
  4. Auf allen Ebenen die richtigen Menschen einbeziehen
  5. Offenheit für regelmäßig Feedback neutral eingesammelt an der Basis

Das machen Sie doch schon alles?

Dann will ich Ihnen hier einen Einblick gewähren und erlaube mir zu sagen, kaum ein Unternehmen setzt dies wirklich so um. Wenn doch, dann würde ich Sie gerne kennen lernen. Melden Sie sich bei mir für einen Austausch info@lorenz-beratung360.de.

Zu 1: Stimmt Ihr Fundament:

Die Hierarchie lebt konsequent Sicherheit zuerst

Ist wirklich jedem Mitarbeiter klar, dass vor allem zuerst die Sicherheit kommt? Ist das nur ein Lippenbekenntnis oder „die Sau die eben dieses Jahr durch das Unternehmensdorf getrieben wird“?

Würden Ihre Mitarbeiter/Kollegen mit Überzeugung sagen: „Ja, ich weiß, meinem Chef, meiner Unternehmensleitung ist meine Sicherheit wichtig. Meine Sicherheit kommt an erster Stelle."

Gibt es Klarheit bei allen Beteiligten, was Konsequenzen sind bei Verstößen gegen die Arbeitssicherheit und haben Sie den Betriebsrat mit im Boot?

Beispiel: Ein Unternehmen gibt jeder Führungskraft, klar die Anweisung bei Sicherheitsverstößen gewisse Bussbeträge vom Arbeitslohn abzuziehen. Bis zu 250,00 € sind hier monatlich möglich und dies ist abgestimmt mit dem Betriebsrat. Das Wohlbefinden des Einzelnen kann nicht vor der allgemeinen Sicherheit eines ganzen Bereiches stehen.

Gibt es einen Werksschutz, der wirklich Radarkontrollen durchführen darf, damit im Werk nicht schneller als 30 km/h oder Schrittgeschwindigkeit gefahren wird? Werden Falschparker, Verkehrsbehinderer, Anschnallmuffel, Handy-am-Ohr-Fahrer, Rad-ohne-Helm-Fahrer, Treppen-ohne-Handlauf-Steiger von Kollegen angesprochen und auch vom Werkschutz sowie der eigenen Führungskraft zum Gespräch gebeten und bei weiterer bestehender Uneinsichtigkeit zur Kasse gebeten, wie im öffentlichen Leben auch?

Seien Sie doch mal ehrlich: wie viele Menschen würden sich heute anschnallen, wenn es nie kontrolliert worden wäre und das Vergehen kosten- bzw. folgenlos geblieben wäre? Wenn Sicherheitsvorkehrungen benötigt werden müssen, sie sinnvoll seien, wenn sie das sind, dann wird ein Großteil der Mitarbeiter diese annehmen und nur ein kleiner Rest der Mitarbeiter will wissen, ob man es ernst meint. Diese suchen nach Grenzen.

Sind Ihre Produktionsanlagen technisch sicher?

Haben Sie eventuell zu wenig technische Absicherung, weil es Ihnen zu teuer ist? Dann sind Sie unglaubwürdig; kümmern sich erst wieder um das Thema, wenn Sie bereit sind etwas zu investieren.

Oder erschlagen Sie jedes Sicherheitsthema mit einer weiteren technischen Absicherung, weil diese Lösung so schön greifbar ist und für Ingenieure so gut nachvollziehbar?

Dann werden Ihre Mitarbeiter die Sicherheitsvorkehrungen bald umgehen, weil ihnen dadurch das Arbeiten zu umständlich wird oder Arbeiten gar nicht mehr möglich ist.

Zu 2: Emotionale Betroffenheit erzeugen

Wir Menschen neigen dazu, schlimme Erlebnisse zu verdrängen und uns nur noch an die schönen Zeiten zu erinnern. Dies ist ein angeborener Schutzmechanismus, deshalb haben wir das Gefühl, dass in den „guten alten Zeiten“ alles so viel besser war.

Zeigen Sie Filme mit den möglichen Gefahren. Lassen Sie von Unfallopfern oder Beinah-Unfällen, Herzinfarkten, Burnout-Fällen usw. und deren Auswirkungen für sich selbst, die Kollegen und die eigene Familie immer wieder persönlich berichten. Erlauben Sie sich einmal weiter zu denken, was wäre gewesen wenn….

Sehr gut gelungen ist dies u.a. in dem Schweizer Film der SUVA: „Einen Augenblick“. Drehen Sie auch immer wieder eigene Filme, mit betriebsinternen Vorfällen, das macht besonders betroffen.

Zu 3: Spaß am Thema und Eigennutz aufzeigen

Arbeitssicherheit kann „trocken“ sein, wenn Unterweisungen und Informationen abgespult werden, ohne die Menschen zu Beteiligten zu machen. Aktivieren Sie die Beteiligten. Arbeitssicherheit kann Spaß machen und immer wieder neu erlebt werden. Wer „muss“ die Unterweisungen durchführen? Bekommt dieser professionelle Unterstützung durch einen kreativen und vielseitigen Moderator? Erlauben Sie sich moderierte Kreativitäts-Workshops, um passende Ideen zu entwickeln, damit Spaß an der Sicherheit entstehen kann?

Beispiele:

Hammer-Tausch-Tag

Bauen Sie Stände im Werk auf und lassen Sie die Mitarbeiter den abgenutzten Hammer aus der Werkshalle tauschen. Auch vor dem Werkstor gibt es einen Stand, an dem am Folgetag ein privater, defekter Hammer gegen einen neuen getauscht werden darf.  

Fahrrad-Check-Woche

Lassen Sie die Fahrräder kostenlos überprüfen und kleine Reparaturen direkt durchführen. Bei den Werksfahrrädern ist das vielleicht selbstverständlich, erlauben Sie es auch für die privaten Fahrräder.

Winter-Achtsamkeit

Laden Sie zu alkoholfreiem Punsch ein und erzählen Sie in lockerer Runde, was die winterlichen Gefahren auf dem Werksgelände sind und auch auf dem Arbeitsweg.

Zu 4: Auf allen Ebenen die richtigen Menschen einbeziehen

Arbeitssicherheit muss von den Führungskräften vorbildlich gelebt werden. Sie sind dafür zuständig auf Regeln und Absprachen hinzuweisen, um das gesamte Team zu schützen.

Ebenso sollten im Wechsel immer wieder andere Führungskräfte verantwortlich sein für das nächste Schwerpunktthema oder die nächste sichere Aktion. Jeder sollte eingebunden sein.

Oben startet der Prozess, doch Sie werden es alleine nicht schaffen. Integrieren Sie nicht nur die Sicherheitsbeauftragten, sondern bringen Sie die Verantwortung für Sicherheit zu jedem Mitarbeiter.

Beispiele:

Ich bin das Spiegelbild für Sicherheit

Bringen Sie mehrere Spiegel mit der Aufschrift an: „Ich arbeite sicher“.

Jeden an seiner Eigenverantwortung messen:

Wer traut sich bei Ihnen bereits Fehlverhalten anzusprechen? Wie viele Mitarbeiter weisen auf freundliche Art auf jedes gesehene Sicherheitsverhalten hin, wie z.B.  „Kollege, wahrscheinlich hast Du es in der Routine vergessen, bitte ziehe die für diese Tätigkeit richtigen Handschuhe an, damit Deine Hände unversehrt bleiben.“

Dann haben Sie es geschafft:

Bei einem meiner Kunden kam ich gerade aus der Kantine als ein Fahrradfahrer ohne Helm auf der Straße vorbei fuhr. Sofort rief ein Kollege dem Radfahrer hinterher und hatte den Mut ihn zu stoppen. Als er wieder zurückkam, klopften ihm die Kollegen auf die Schulter und lobten ihn für seine Aufmerksamkeit.

Zu 5: Offenheit für regelmäßig Feedback neutral eingesammelt an der Basis

Als Führungskraft können Sie sich nicht um alles kümmern. Bei der Arbeitssicherheit gibt es Unterstützung durch die Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragten. Seien Sie stolz auf diese Mitarbeiter, die sich diesem wichtigen Thema annehmen. Hören Sie aufmerksam zu was ihre Ideen und Anliegen aus dem Team sind. Urteilen Sie nicht vorschnell, sondern erlauben Sie die Ideen zu prüfen.

Als besonders wichtig erlebe ich es, wenn Sicherheitsbeauftragte von einem neutralen Moderator angeleitet werden und Feedback zu den eigenen Sicherheitsabläufen und Prozessen geben. Dieses Feedback wird anonym der Hierarchie zurück gemeldet und die Umsetzung wird zeitnah und langfristig verfolgt.

Lassen Sie die Finger weg von Einmalaktionen. Diese lassen kurz ein Feuer entfachen, dann legt jedoch keiner mehr Holz nach. Zurück bleibt verbrannte Erde. Daraus wieder und wieder ein Feuer zu entzünden ist schwierig. Deshalb muss der Funke überspringen, bei einem so wichtigen Thema, dann wird es ein Dauerbrenner und Selbstläufer.

Für die Arbeitssicherheit empfehle ich keine Einheitskonzepte.

Jedes Unternehmen, jede Branche steht an einem anderen Punkt und benötigt die entsprechenden individuellen Maßnahmen um gut ankoppeln zu können und von dort große Erfolge erzielen zu können.

Wir stehen für Innovation und Kreativität, so macht es uns und unseren Teilnehmern viel Spaß, jeden Tag sicher zu gestalten.


Wollen Sie wissen wo Sie zum Thema Arbeitssicherheit stehen?

Wir führen gerne eine Analyse hierzu durch.

 

Ihnen fehlen die Ideen?

Erlauben Sie sich einen Kreativitätsworkshop zum Thema: Dauerbrenner Arbeitssicherheit